Edward VIII – Verräter UND Dieb?
Die rätselhafte Geschichte der Prince-of-Wales-Krone und der königlichen Juwelen im Exil

Als Edward VIII. im Dezember 1936 auf den britischen Thron verzichtete, verlor er nicht nur seine Krone. Er verlor seine Stellung, seine offiziellen Aufgaben und einen großen Teil seines Einflusses. Was er allerdings nicht vollständig aufgab, waren die Symbole und Ansprüche seines früheren Lebens.
Bis heute begleiten ihn zwei schwerwiegende Vorwürfe: Er habe mit dem nationalsozialistischen Deutschland kollaboriert – und er habe königliche Juwelen beziehungsweise Teile der Kronjuwelen unrechtmäßig mit ins Exil genommen.
Der erste Vorwurf betrifft Edwards politische Loyalität. Der zweite führt unmittelbar in die komplizierte Welt des königlichen Eigentums: Was gehörte Edward persönlich? Was durfte er lediglich als Prince of Wales oder als König benutzen? Und durfte er eine historische Rangkrone nach seiner Abdankung überhaupt behalten?
Im Mittelpunkt steht dabei ein ganz bestimmtes Stück: die Coronet of George, Prince of Wales – jene Rangkrone, die Edward bei offiziellen Anlässen als Thronfolger getragen hatte und die nach seiner Abdankung jahrzehntelang in seinem Besitz blieb.
Der Verratsverdacht: Edwards gefährliche Nähe zu Hitler
Der Vorwurf, Edward habe sein Land verraten, entstand vor allem durch seine auffallend freundliche Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland.
Im Oktober 1937 besuchten der Duke und die Duchess of Windsor Deutschland. Die britische Regierung hatte von der Reise abgeraten und wollte ihr keinen offiziellen Charakter verleihen. Das NS-Regime inszenierte den Besuch dagegen beinahe wie eine Staatsreise.

Edward und Wallis trafen führende Nationalsozialisten und wurden schließlich am 22. Oktober von Adolf Hitler auf dem Berghof empfangen. Die Bilder des lächelnden ehemaligen Königs an Hitlers Seite wurden zu einem propagandistischen Erfolg für das Regime.
Im Sommer 1940, nach der Niederlage Frankreichs, hielten sich die Windsors in Spanien und Portugal auf. Edward sprach sich zu einem Zeitpunkt für einen Verhandlungsfrieden aus, als Großbritannien nahezu allein gegen Hitler stand. Ein Bericht des amerikanischen Botschafters in Madrid gibt Edwards Äußerung wieder, der Krieg müsse beendet werden, bevor weitere Menschen für die Interessen einiger Politiker getötet würden. Das Dokument ist in den historischen Akten des US- Außenministeriums erhalten.
Die sogenannten Marburger Akten zeigen außerdem, dass die Nationalsozialisten Edward für ihre Zwecke gewinnen wollten. Im Rahmen der Operation Willi sollte er in Spanien oder Portugal festgehalten und möglicherweise nach einem deutschen Sieg wieder auf den britischen Thron gesetzt werden – dann allerdings als ein von Hitler abhängiger Monarch.
Ob Edward diesem Plan ausdrücklich zustimmte, ist nicht bewiesen. Er wurde niemals wegen Hochverrats angeklagt oder verurteilt. Die Akten belegen zunächst die Pläne der Nationalsozialisten und deren Überzeugung, Edward sei für sie beeinflussbar. Von einem erwiesenen deutschen Agenten kann deshalb nicht gesprochen werden.
Seine politische Naivität, seine Bereitschaft, sich von Hitler hofieren zu lassen, und sein Drängen auf einen Frieden zu deutschen Bedingungen werfen dennoch ein düsteres Licht auf ihn. Die Bezeichnung Nazi-Sympathisant ist besser belegt als die eindeutige Bezeichnung Verräter.
Doch während die Verratsfrage historisch umstritten bleibt, ist bei einer königlichen Insignie unbestreitbar, dass Edward sie mit ins Exil nahm und bis zu seinem Tod behielt.
Nahm Edward tatsächlich Kronjuwelen mit?
Die Vorstellung ist spektakulär: Der abgedankte König verlässt Großbritannien, während in seinen Koffern Kronen, Diamanten, Smaragde und andere Schätze des Königshauses verborgen liegen.
Ganz so war es nicht.
Edward nahm weder die St.-Edwards-Krone noch die Imperial State Crown, den Reichsapfel oder die königlichen Zepter aus dem Tower mit. Die zentralen Krönungsinsignien blieben selbstverständlich in Großbritannien.
Dennoch ist der Vorwurf nicht vollständig aus der Luft gegriffen. Mindestens eine königliche Rangkrone gelangte in Edwards Besitz ins Ausland und blieb dort jahrzehntelang: die Krone seines früheren Amtes als Prince of Wales.
Bevor man beurteilen kann, ob dies unrechtmäßig war, muss man allerdings verstehen, dass „königlicher Schmuck“ keine einheitliche Eigentumskategorie bildet.
Wem gehören königliche Juwelen?
Innerhalb der britischen Königsfamilie existieren unterschiedliche Formen von Eigentum.
Ein Monarch kann persönlichen Schmuck besitzen. Dazu gehören privat gekaufte Stücke, eindeutig persönliche Geschenke und rechtmäßig geerbte Juwelen. Solcher Schmuck kann verschenkt, vererbt und – grundsätzlich – auch verkauft werden.
Daneben gibt es Gegenstände, die zum gebundenen königlichen Besitz gehören. Sie werden vom jeweiligen Monarchen nicht als Privatperson, sondern in seiner Funktion als Souverän verwahrt. Die Royal Collection wird nach offizieller Darstellung vom König für seine Nachfolger und die Nation treuhänderisch gehalten. Sie gehört ihm ausdrücklich nicht als Privatperson, wie der Royal Collection Trust erklärt.
Auch die Crown Jewels sind kein gewöhnliches Privateigentum. Historic Royal Palaces beschreibt sie als eine mehr als 100 Objekte umfassende Sammlung von Kronen, Insignien und zeremoniellen Gegenständen. Sie wird vom Monarchen für die Nation verwahrt und an seinen Nachfolger weitergegeben. Die bekannten Krönungskronen bilden lediglich den bedeutendsten Teil dieser wesentlich größeren Sammlung. Näheres erläutert die offizielle Darstellung der Crown Jeweils im Tower of London.
Zwischen diesen Kategorien liegen außerdem historische Familienjuwelen, bei denen die Eigentumsverhältnisse nicht immer eindeutig dokumentiert wurden. Ein Schmuckstück konnte einer Königin persönlich gehören, später an eines ihrer Kinder vererbt und schließlich wieder in den Besitz eines Monarchen gelangen.
Deshalb ist die Aussage „Es gehörte einmal einer Königin“ noch kein Beweis dafür, dass es unveräußerlicher Kronbesitz war.
Bei einer offiziellen Rangkrone sieht die Sache jedoch anders aus.
Die Krone, die gar keine Königskrone war
Bei der von Edward mitgenommenen Krone handelt es sich streng genommen nicht um eine Königskrone, sondern um ein Coronet, eine Rangkrone des Prince of Wales.
Die Coronet of George, Prince of Wales wurde 1901/02 für Edwards Vater angefertigt. Der spätere George V. war damals britischer Thronfolger und benötigte für die Krönung seines Vaters Edward VII. eine neue Rangkrone. Das ältere Exemplar aus dem Jahr 1728 galt als zu empfindlich.
Die neue Krone entsprach dem seit dem 17. Jahrhundert vorgeschriebenen Rang des Prince of Wales. Anders als eine Königskrone besitzt sie nur einen einzigen Bügel. Über diesem erheben sich ein kleiner Reichsapfel und ein Kreuz. Der Reif ist mit Kreuzen und stilisierten Lilien verziert; dazu kommen eine Samtkappe und ein Hermelinbesatz.
Als George V. 1910 König wurde, ging der Titel Prince of Wales auf seinen ältesten Sohn Edward über. Edward trug die Krone 1911 in seiner Eigenschaft als neuer Thronfolger. Der Royal Collection Trust bezeichnet sie ausdrücklich als die Rangkrone, die George V. und Edward VIII. jeweils als Prince of Wales getragen hatten.
Damit war das Stück eng mit dem Amt und nicht ausschließlich mit Edwards Person verbunden.
Warum hatte Edward die Krone überhaupt bei sich?
Die Rangkrone befand sich offenbar bereits vor der Abdankung in Edwards unmittelbarem Besitz oder Zugriff. Innerhalb des Königshauses wurden solche Gegenstände nicht zwangsläufig ständig im Tower aufbewahrt. Sie konnten sich in königlichen Residenzen oder in der Obhut des jeweiligen Trägers befinden.
Das bedeutete jedoch nicht, dass der Träger Eigentümer des Gegenstandes war.
Ein vergleichbarer Fall wäre eine Amtskette, eine militärische Standarte oder ein zeremonieller Stab: Der Amtsinhaber darf den Gegenstand benutzen, aber die Nutzung begründet kein persönliches Eigentumsrecht.
Als Edward im Januar 1936 König wurde, erlosch seine Stellung als Prince of Wales. Mit seiner Abdankung im Dezember verlor er schließlich auch die Krone und alle damit verbundenen Rechte. Sein Bruder George VI. war nun König, und ein künftiger Prince of Wales würde die Insignien des Thronfolgers benötigen.
Trotzdem blieb die historische Rangkrone bei Edward und gelangte mit ihm ins Ausland.
Ein deutliches Zeichen: Für Charles musste eine neue Krone geschaffen werden
Die Folgen wurden mehr als drei Jahrzehnte später sichtbar.
Als der spätere Charles III. am 1. Juli 1969 in Caernarfon Castle feierlich zum Prince of Wales investiert wurde, stand die von Edward getragene Rangkrone nicht zur Verfügung. Sie befand sich weiterhin beim Duke of Windsor in Frankreich.
Andere Insignien aus Edwards Investitur von 1911 konnten erneut verwendet werden. Dazu gehörten der Ring, der Stab und das Schwert. Auch die Verschlüsse seines alten Mantels wurden wiederverwendet. Das bestätigt die offizielle Übersicht zu den Honours of the Principality of Wales.
Für Charles musste jedoch eine völlig neue Rangkrone geschaffen werden. Der Goldschmied und Künstler Louis Osman entwarf das moderne Stück mit 75 Diamanten und zwölf Smaragden. In seinem Inneren verbirgt sich sogar eine vergoldete Tischtenniskugel, die als Kern des kleinen Reichsapfels dient.
Dass eine neue Krone angefertigt werden musste, zeigt, dass Edwards Stück keineswegs als sein unbestrittenes Privateigentum betrachtet wurde. Wäre es seine persönliche Krone gewesen, hätte niemand mit ihrer Rückgabe rechnen können.

Erst nach Edwards Tod im Mai 1972 kehrte die alte Rangkrone nach Großbritannien zurück. Heute befindet sie sich als Teil der historischen königlichen Insignien im Jewel House des Tower of London.
Hätte man Edward zur Rückgabe zwingen können?
Theoretisch hätte das Königshaus die Krone zurückfordern können. Praktisch hätte ein öffentlicher Rechtsstreit mit dem ehemaligen König jedoch einen kaum kalkulierbaren Skandal ausgelöst.
Die Abdankung hatte die Monarchie bereits schwer erschüttert. Ein Prozess, in dem George VI. oder später Elizabeth II. Edward beschuldigt hätten, königliches Eigentum zu unterschlagen, wäre für alle Beteiligten äußerst unangenehm gewesen.
Hinzu kam, dass Edward trotz seiner Abdankung weiterhin der Sohn George V., der Bruder George VI. und später der Onkel Elizabeths II. war. Die Familie versuchte, Konflikte über Besitz und Geld möglichst hinter verschlossenen Türen zu regeln.
Dass man Edward nicht verklagte, bedeutete aber nicht zwangsläufig, dass seine Eigentumsbehauptung anerkannt wurde. Das Abwarten bis zu seinem Tod war vermutlich die diskretere Lösung. Man wusste, dass die kinderlose Ehe der Windsors irgendwann enden und die Krone wahrscheinlich zurückkehren würde.
War die Mitnahme Diebstahl?
Umgangssprachlich liegt die Bezeichnung nahe: Edward nahm etwas mit, das ihm offenbar nicht persönlich gehörte, und gab es trotz seines Ausscheidens aus dem Amt nicht zurück.
Strafrechtlich sollte man dennoch vorsichtiger formulieren. Edward wurde wegen der Krone weder angeklagt noch verurteilt. Es gibt deshalb kein Gerichtsurteil, das ihn des Diebstahls oder der Unterschlagung schuldig gesprochen hätte.
Außerdem ist nicht zweifelsfrei dokumentiert, wann die Krone Großbritannien verließ, ob sie bewusst in Edwards Reisegepäck gebracht wurde oder ob sie sich unter seinen bereits ins Ausland transportierten Besitztümern befand.
Unproblematisch war ihr Verbleib bei ihm trotzdem nicht. Spätestens als 1969 ein neuer Prince of Wales investiert werden sollte, hätte Edward erkennen müssen, dass die Rangkrone für ihre eigentliche Funktion benötigt wurde.
Die historisch belastbare Formulierung lautet daher:
Edward VIII. behielt eine mit seinem früheren Amt verbundene königliche Rangkrone, auf die er nach seiner Abdankung keinen erkennbaren persönlichen Eigentumsanspruch besaß, und gab sie zu Lebzeiten nicht zurück.
Das ist präziser als die Behauptung, er habe „die Kronjuwelen gestohlen“. Gleichzeitig ist es deutlicher als eine harmlose Aussage, er habe die Krone lediglich als Erinnerungsstück aufbewahrt.
Wallis Simpsons Juwelen: Kronbesitz oder private Geschenke?

Die Erzählung vom Juwelendiebstahl wurde vor allem durch Wallis Simpsons außergewöhnliche Schmucksammlung befeuert.
Edward schenkte ihr im Laufe ihrer Beziehung zahlreiche wertvolle Stücke von Cartier, Van Cleef & Arpels und anderen großen Juwelieren. Dazu gehörten ihre berühmten Panther-Schmuckstücke, der Flamingo, mit Edelsteinen besetzte Kreuze, Armbänder und Broschen mit persönlichen Widmungen.
Viele dieser Juwelen waren nachweislich private Aufträge oder Käufe Edwards. Sie wurden eigens für Wallis entworfen und trugen häufig Daten, Initialen oder Botschaften, die sich auf die Beziehung des Paares bezogen. Sotheby’s dokumentiert etwa die Herkunft einerCartier- Brosche zum 20. Hochzeitstag, auf der die Initialen W und E sowie die römische Zahl XX erscheinen.
Ein großer Teil der berühmten Windsor-Sammlung bestand daher nicht aus gestohlenen Kronjuwelen, sondern aus kostspieligem Privatschmuck.
Schwieriger wird die Beurteilung bei älteren Familienstücken. Wallis besaß unter anderem Schmuck, der aus dem Besitz von Edwards Mutter Queen Mary oder seiner Großmutter Queen Alexandra stammte. Doch auch hier gilt: Persönlicher Schmuck konnte innerhalb der Familie verschenkt oder vererbt werden.
Die frühere Zugehörigkeit zu einer Königin beweist noch nicht, dass ein Gegenstand unveräußerliches Eigentum der Krone war.
Das Rätsel der Smaragde von Queen Alexandra
Besonders hartnäckig hält sich die Geschichte, Wallis habe mehrere Koffer mit Schmuck besessen, der ursprünglich Queen Alexandra gehört habe.
Ausgangspunkt ist ein Juwelenraub im Oktober 1946. Die Windsors hielten sich damals bei Freunden in England auf. Während ihrer Abwesenheit drang ein Dieb in das Haus ein und entwendete einen Teil von Wallis’ Schmuck.
Die Gastgeberin berichtete später, Wallis habe mehrere Behältnisse mit Juwelen mitgeführt. Darunter seien zahlreiche ungeschliffene Smaragde gewesen, von denen sie glaubte, dass sie Queen Alexandra gehört hätten. Neuere Veröffentlichungen machten daraus den Verdacht, Edward habe große Mengen königlichen Schmucks an sich gebracht. Über die Behauptungen und den rätselhaften Einbruch berichtete unter anderem "The Independent".
Doch die Wortwahl ist entscheidend: Die Gastgeberin glaubte, die Smaragde hätten Queen Alexandra gehört. Sie legte keine Inventarliste und keinen Eigentumsnachweis vor. Auch ist nicht geklärt, ob es sich um privat vererbte Steine, um später gekaufte Edelsteine oder überhaupt um korrekt erinnerte Stücke handelte.
Der Einbruch selbst gab ebenfalls Anlass zu Spekulationen. Die Windsors hatten den Schmuck nicht in einem besonders gesicherten Raum verwahren lassen. Der Täter schien zu wissen, wo sich die Juwelen befanden, und ein großer Teil der Beute tauchte nie wieder auf.
Daraus entstand sogar die Theorie eines inszenierten Diebstahls. Bewiesen wurde sie nicht.
Für die Behauptung, Edward habe systematisch die Schmuckbestände des Königshauses geplündert, reichen diese Indizien nicht aus.
Die Krone ist der stärkste Beleg
Während die Geschichten über Koffer voller Diamanten und Alexandra-Smaragde spekulativ bleiben, ist der Fall der Prince-of-Wales-Krone wesentlich klarer.
Das Stück existierte. Es war eine historische Amtsinsignie. Edward hatte es als Thronfolger getragen. Nach seiner Abdankung befand es sich weiterhin in seinem Besitz. Für seinen Nachfolger musste eine neue Krone geschaffen werden. Erst nach Edwards Tod kehrte das alte Stück zurück.
Deshalb sollte die Krone im Zentrum jeder seriösen Betrachtung stehen. Sie ist der stärkste Beleg dafür, dass Edward königlichen Besitz wie sein persönliches Eigentum behandelte.
Die darüber hinausgehende Behauptung, er habe große Teile der britischen Kronjuwelen oder der Royal Collection entwendet, ist dagegen nicht ausreichend belegt.
Edward VIII. – Verräter und Dieb?
Der Titel ist zugespitzt, aber nicht völlig unbegründet.
Ein gerichtlich überführter Verräter war Edward nicht. Seine Deutschlandreise, seine Begegnung mit Hitler und sein Verhalten im Sommer 1940 zeigen jedoch, dass er politisch gefährlich naiv und gegenüber dem nationalsozialistischen Regime viel zu aufgeschlossen war.
Auch ein großer Juwelendieb, der den Tower leer räumte, war er nicht. Viele Schmuckstücke der Duchess of Windsor waren private Käufe, Auftragsarbeiten oder Familiengeschenke. Die Geschichten über Koffer voller königlicher Edelsteine bleiben unbewiesen.
Bei der Rangkrone des Prince of Wales liegt der Fall anders. Sie war kein gewöhnliches Erinnerungsstück und kein eigens für Edward angefertigtes Privatjuwel. Sie gehörte zu den Insignien einer Stellung, die Edward nicht mehr innehatte.
Man kann daher seriös sagen:
Edward VIII. nahm nicht „die Kronjuwelen“ mit ins Exil. Er behielt jedoch mindestens eine bedeutende königliche Amtsinsignie, auf die er nach seiner Abdankung keinen überzeugenden persönlichen Anspruch mehr hatte.
Das verbindet den Juwelenvorwurf auf bemerkenswerte Weise mit Edwards politischem Verhalten. In beiden Fällen scheint er nie vollständig akzeptiert zu haben, dass er zwar freiwillig auf den Thron verzichtet hatte, damit aber auch die Rechte, Symbole und politischen Möglichkeiten des Königtums verlor.
Edward legte die Krone nieder – doch eine Krone nahm er mit.