Dianas Saphire - Ein königsblaues Vermächtnis

Saphirblauer Schmuck im Stil von Prinzessin Diana – ovaler Saphir mit Diamanten

Prinzessin Diana und ihre Saphire: Schmuck zwischen Tradition und Selbstbestimmung

Kaum ein Edelstein ist so eng mit Prinzessin Diana verbunden wie der tiefblaue Saphir. Er begleitete sie von ihrer Verlobung mit Prinz Charles über die großen Staatsbesuche der 1980er-Jahre bis in jene Zeit, in der sie sich zunehmend von den Konventionen des britischen Königshauses löste.

Dabei trug Diana nicht nur eines der berühmtesten Saphirjuwelen der Welt. Sie besaß mehrere bedeutende Garnituren, verwandelte einzelne Stücke nach ihrem Geschmack und machte aus traditionellem Hofschmuck einen Teil ihrer persönlichen Bildsprache.

Der berühmteste Verlobungsring der Welt

Als die Verlobung von Lady Diana Spencer und Prinz Charles im Februar 1981 bekannt gegeben wurde, richtete sich der Blick sofort auf Dianas Hand. Dort funkelte ein ovaler blauer Saphir, umgeben von vierzehn Diamanten.

Der Ring wurde von Garrard, dem damaligen Kronjuwelier, gefertigt. Im Zentrum befindet sich ein etwa zwölfkarätiger Ceylon-Saphir – die frühere Bezeichnung Ceylon verweist auf das heutige Sri Lanka. Gefasst wurde der Stein in 18-karätigem Weißgold.

Ungewöhnlich war, dass es sich nicht um eine exklusive Sonderanfertigung für die künftige Prinzessin handelte. Das Modell gehörte zum regulären Sortiment von Garrard und konnte grundsätzlich auch von anderen Kunden bestellt werden. Gerade dieser Umstand soll in höfischen Kreisen zunächst für Irritationen gesorgt haben. Diana berichtete später, man habe ihr mehrere Ringe zur Wahl vorgelegt und sie habe sich für den größten entschieden ... 

Das Design erinnert an klassische viktorianische Schmuckstücke, insbesondere an Saphir-Diamant-Broschen des 19. Jahrhunderts. Heute zählt der Ring zu den bekanntesten Verlobungsringen überhaupt. Seine Kombination aus einem ovalen Farbstein und einem strahlenförmigen Diamantkranz wurde weltweit unzählige Male aufgegriffen.

Diana trug den Ring auch nach ihrer Trennung und zeitweise noch nach der Scheidung von Prinz Charles. Im Jahr 2010 überreichte Prinz William ihn Catherine Middleton bei seinem Heiratsantrag in Kenia. Damit wurde aus einem Symbol der Ehe von Charles und Diana ein Erinnerungsstück, das nun von der heutigen Prinzessin von Wales getragen wird.

William erklärte damals sinngemäß, seine Mutter solle auf diese Weise an der Freude über seine Verlobung teilhaben. Kein anderes Schmuckstück verbindet Diana und Catherine so sichtbar miteinander.

Dennoch war der Ring eigentlich zunächst nach Dianas Letztem Willen gar nicht für Williams künftige Frau gedacht, sondern für die von Harry. 
William aber bat den Bruder um den Ring für seine angehende Verlobte Kate Middleton und Harry stimmte zu.

Das Hochzeitsgeschenk der Queen Mum

Zu Dianas zahlreichen Hochzeitsgeschenken gehörte auch eine große antike Brosche mit einem ovalen Saphir in einer Diamantfassung. Sie war ein Geschenk von Königin Elizabeth, der als Queen Mum bekannten Großmutter von Prinz Charles.

Die genaue frühere Herkunft der Brosche ist nicht zweifelsfrei dokumentiert. Diana trug sie zunächst tatsächlich als Brosche, unter anderem bei einem Bankett während des niederländischen Staatsbesuchs im Jahr 1982.

Später ließ sie den Saphir zum Mittelpunkt eines prachtvollen Colliers aus sieben Reihen großer Perlen machen. Diese Verwandlung ist typisch für Dianas Umgang mit Schmuck: Sie akzeptierte historische Stücke nicht einfach in ihrer überlieferten Form, sondern passte sie ihrer Erscheinung und der jeweiligen Mode an. 

Das breite Collier bildete einen dramatischen Kontrast zu Dianas langem Hals und ihren oft schulterfreien Abendkleidern. Es wirkte königlich, aber zugleich ausgesprochen modern.
Dieser so genannte "Choker" ("Strangulieren" - Halsband) ist übrigens ein Markenzeichen der Spencer- Frauen. In den Schatullen der Familie Spencer gibt es mehrere solcher Perlenhalsbänder, die immer wieder gerne getragen werden.
Insofern pflegte Diana damit eine Familientradition.

Besondere Berühmtheit erlangte das Saphirhalsband 1994, als Diana bei einer Gala der Serpentine Gallery jenes schwarze Kleid von Christina Stambolian trug, das später als „Revenge Dress“ in die Modegeschichte einging. Am selben Abend wurde ein Fernsehinterview ausgestrahlt, in dem Prinz Charles seine eheliche Untreue einräumte.

Das Collier war deshalb weit mehr als ein kostbares Accessoire. Zusammen mit dem selbstbewussten Kleid wurde es zum sichtbaren Zeichen einer Frau, die sich nicht länger über ihren Ehemann oder ihre Stellung am Hof definieren ließ.

Diana trug es auch nach ihrer Scheidung. Einer seiner letzten öffentlichen Auftritte erfolgte bei der Met Gala in New York im Dezember 1996. Seit Dianas Tod wurde das Collier nicht mehr öffentlich von einem Mitglied der Familie getragen.

Die saudische Saphirgarnitur

Eines der kostbarsten Hochzeitsgeschenke erhielt Diana 1981 vom damaligen saudischen Kronprinzen Fahd. Die von Asprey gefertigte Garnitur bestand aus mehreren aufeinander abgestimmten Schmuckstücken, darunter:

  • ein Collier mit einem großen Saphiranhänger,

  • ein Paar Saphir-Diamant-Ohrringe,

  • ein Armband,

  • ein Ring,

  • eine Uhr mit Saphiren und Diamanten.

Die Schmuckstücke waren modern und geometrisch gestaltet. Ihre klaren Formen passten gut zum Stil der frühen 1980er-Jahre, wirkten aber zugleich so flexibel, dass Diana sie auf unterschiedliche Weise kombinieren konnte.

Bei einem Empfang in Brisbane während der Australienreise von 1983 trug sie das Collier, die Ohrringe und das Armband gemeinsam mit der Spencer-Tiara. Das kräftige Blau der Steine setzte einen überraschenden Akzent zu ihrem rosafarbenen Abendkleid. 

Besonders interessant ist, dass Diana offenbar Teile der Garnitur umarbeiten ließ. Der Saphir aus der Uhr soll in eine strahlenförmige Diamantfassung eingesetzt und auf einem breiten Band aus dunkelblauem Samt befestigt worden sein. Das entstandene Schmuckstück konnte als Halsband oder Stirnband getragen werden.

Bei einem Staatsbankett in Japan im Jahr 1986 setzte Diana es quer über die Stirn. Diese für eine Prinzessin höchst unkonventionelle Verwendung zeigte ihren spielerischen Umgang mit höfischem Schmuck. Sie nahm ein wertvolles diplomatisches Geschenk und verwandelte es in ein überraschendes Modeaccessoire.

Auch die Ohrringe der saudischen Garnitur konnten offenbar in verschiedenen Längen getragen werden. Catherine, Prinzessin von Wales, erschien später mit Saphir-Diamant-Ohrringen aus Dianas Besitz, deren Gestaltung an Teile dieses Sets erinnert. Bei manchen Zuschreibungen ist allerdings Vorsicht geboten: Nicht jede vermutete Umarbeitung wurde vom Palast oder vom Hersteller bestätigt.

Die Saphire des Sultans von Oman

Während einer Reise auf die Arabische Halbinsel im Jahr 1986 erhielt Diana vom Sultan von Oman eine weitere bedeutende Saphirgarnitur. Sie bestand aus einem Collier, Ohrringen und einem Armband.

Im Gegensatz zu den eher klassischen saudischen Schmuckstücken war dieses Set unverkennbar von der Ästhetik der 1980er-Jahre geprägt. Saphire und Diamanten wurden in geschwungenen, halbmondartigen Formen angeordnet. Die Juwelen wirkten groß, dynamisch und ausgesprochen glamourös.

Diana zeigte die Garnitur erstmals öffentlich im November 1987 bei einem Abendessen in Bonn. Dazu trug sie die Spencer-Tiara und das dunkelblaue Samtkleid von Victor Edelstein, in dem sie zwei Jahre zuvor im Weißen Haus mit John Travolta getanzt hatte. Wenig später kombinierte sie die Juwelen bei einer Gala im Royal Opera House mit einem sternenbesetzten Kleid von Murray Arbeid.

Auch während einer Australienreise im Januar 1988 kamen Teile der Garnitur zum Einsatz. Noch 1995 trug Diana das vollständige Set bei der Londoner Premiere des Films Haunted. 
Seit Dianas Tod wurde die auffällige Garnitur nicht mehr öffentlich gezeigt.

Warum passten Saphire so gut zu Diana?

Saphire gelten traditionell als Sinnbild von Treue, Aufrichtigkeit und Beständigkeit. Seit Jahrhunderten gehören sie zum Schmuck europäischer Herrscherhäuser. Das intensive Blau ließ sich zudem hervorragend mit Diamanten und Perlen kombinieren – und harmonierte auffallend mit Dianas blauen Augen.

Doch ihre Verbindung mit dem Edelstein ging über reine Farbwirkung hinaus. Bei Diana erhielt der Saphir mehrere Bedeutungen:

Zu Beginn stand er für die junge Frau, die durch ihre Verlobung in die königliche Familie eintrat. Später wurde er Teil der repräsentativen Prinzessin, die bei Staatsbesuchen kostbare diplomatische Geschenke trug. Schließlich verwandelte Diana den traditionellen königlichen Edelstein in ein Ausdrucksmittel ihrer persönlichen Unabhängigkeit.

Ihr berühmtes Perlencollier war dafür das beste Beispiel. Ursprünglich eine höfische Hochzeitsbrosche, wurde es durch Dianas Umgestaltung und ihre spektakulären Auftritte zu einem Schmuckstück, das untrennbar mit ihrer eigenen Geschichte verbunden ist.

Was geschah mit Dianas Saphirschmuck?

Dianas persönlicher Schmuck ging nach ihrem Tod 1997 an ihre Söhne William und Harry. Einzelne Stücke werden heute von Catherine und Meghan getragen. Dazu gehören vor allem Dianas Verlobungsring sowie verschiedene Ohrringe und kleinere Schmuckstücke.

Bei den großen Saphirgarnituren ist die Lage weniger transparent. Weder das berühmte siebenreihige Perlencollier noch das Oman-Set wurden seit Dianas Tod wieder öffentlich präsentiert. Auch über mögliche Umarbeitungen des saudischen Schmucks gibt es teilweise widersprüchliche Angaben.

Man sollte deshalb zwischen nachweisbaren Tatsachen und Vermutungen unterscheiden. Dass ein neueres Schmuckstück Catherine ähnlich sieht wie eines aus Dianas Besitz, beweist noch nicht automatisch, dass dafür historische Steine verwendet wurden.

Ein königsblaues Vermächtnis

Prinzessin Diana besaß wertvollere Diamanten und traditionsreichere Juwelen. Dennoch wurde kein Edelstein so sehr zu ihrem Markenzeichen wie der Saphir.

Der Verlobungsring steht heute für die Verbindung zwischen zwei Generationen von Prinzessinnen von Wales. Das Saphir-Perlen-Collier erinnert an Dianas Weg von der schüchternen jungen Braut zur selbstbewussten internationalen Ikone. Die saudische und die omanische Garnitur wiederum erzählen von der glanzvollen, diplomatischen Seite ihres Lebens.

Diana machte aus höfischem Schmuck etwas Persönliches. Sie trug Juwelen nicht nur – sie interpretierte sie. Genau darin liegt vielleicht das Geheimnis ihres bis heute ungebrochenen Einflusses auf Mode und Schmuckdesign.